BAU(T)RÄUME
„Um Kunst eine PLATTE machen“ oder „An Platten KUNST machen“?
Bei einem Besuch der Großen Scharrnstraße fallen viele der Kunstwerke erst beim zweiten Blick auf, so geschickt sind sie mit der Architektur verbunden oder durch sie versteckt. Im Städtebau der DDR hat die Verbindung von Architektur und Kunst eine lange Tradition. Diese beiden Gattungen sollten bestenfalls eine Synthese eingehen, sozusagen miteinander verschmelzen. Ob das hier gelungen ist – so viel sei vorweggenommen – kann in dieser Ausstellung nicht beantwortet werden. In der Großen Scharrnstraße finden wir dennoch eines der letzten städtebaulichen Großprojekte der Stadt Frankfurt (Oder), bei dem diese Verbindung in einem geradezu überdurchschnittlichen und außerplanmäßigen Einsatz umgesetzt wurde. Zum Teil unscheinbar, zum Teil harmonisch wurden die unterschiedlichsten Kunstwerke der für die Stadt eher modernen Architektur hinzugefügt. Während die Architektur wie gewohnt mit Beton in Plattenbauweise konstruiert wurde, ist die feingliedrigen Formensprache für Frankfurt (Oder) neu. Die Kunst strukturiert und belebt diesen Raum mit ihrer Vielzahl an unterschiedlichen Genres, Materialien und Motiven zusätzlich. In dieser Ausstellung erfahren wir nun mehr über jene Kunstwerke, die diese Straße formen und sie dazu gemacht haben, die sie heute ist: ein vielfältiger, überraschender, einzigartiger Stadtraum.
Im Fokus der Ausstellung stehen Kunstwerke, mit denen sich Studierende im Rahmen eines zweiteiligen Seminars an der Europa-Universität Viadrina beschäftigten. Die Studierenden führten mit den Künstlerinnen und Künstlern Interviews, um mehr über die Entstehungsgeschichte der Kunst und der Großen Scharrnstraße zu erfahren. Weitere Kunstwerke, die in der Ausstellung zwar erwähnt, jedoch nicht tiefergehend dargestellt werden, sollen im kommenden Semester erforscht werden.